Kurzbeschreibung der Referent/-innen
des Juvemus-Fachtagungs-Symposium
Hier finden Sie detailierte Informationen zu den Referenten / Themen der JUVEMUS Fachtagung 2026
sowie am Ende der Seite den aktuellen "Stundenplan" als Download.
Cindy Davi
Geschäftsleitung ZSL Bad Kreuznach

Unterstützung von Familien und Einzelpersonen bei neurodivergenten Erkrankungen, inbesondere AD(H)S und Autismus, und daraus resultierenden Beeinträchtigungen.
Dr. Günther Endraß
Facharzt für Neurologie, Psychiatrie, Zusatzbezeichnung Geriatrie

Vortrag 1: ADHS bei Frauen
Möglichkeiten und Grenzen einer sinnvolle Diagnostikanpassung; Einfluss hormonelle Veränderungen auf ADHS-Medikation mit perimenstrueller Medikationsanpassung, Situation bei Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Entbindung; perimenopausale Situation und Medikationsanpassung; Wechselwirkungen mit Medikamenten z. B. Tamoxifen.
Vortrag 2: ADHS-Medikation im Alter
Verordnungsanpassung im Alter unter Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebotes des Sozialgesetzbuches 5 in der ambulanten Versorgung, Off-label Situation im Alter, Probleme der häufigen Medikamentenvielfalt im Alter und Aspekte der Wechselwirkungen mit internistischen Medikamenten im Alter z.B. Blutdruck- und Blutfettsenker.
Dr. med. Jürgen Fleischmann
Leitender Arzt Johanniter MVZ Sinzig

Sind Kinder auch Menschen?
Was unser Umgang mit Kindern über unsere Gesellschaft aussagt am Beispiel von ADHS.
Christina Heib
Sozialarbeiterin, FASD-Fachkraft, systemische Beraterin,
Fachkraft für sexuelle Bildung

ADHS oder FASD
Gemeinsamkeiten erkennen -Unterschiede verstehen
Unaufmerksamkeit, Impulsivität, Hyperaktivität, Schwierigkeiten in der Emotionsregulation oder soziale Auffälligkeiten – viele Verhaltensweisen, die häufig mit einer ADHS in Verbindung gebracht werden, finden sich auch bei Menschen mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD).
Gleichzeitig treten beide Störungsbilder nicht selten gemeinsam auf. Die Folge: FASD bleibt häufig unerkannt, wird mit ADHS verwechselt oder als zusätzliche Einflussgröße nicht ausreichend berücksichtigt.
Doch was ist eigentlich was? Wo liegen die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede – und warum ist diese Unterscheidung für die Praxis überhaupt relevant?
Der Vortrag beleuchtet ADHS und FASD aus sozialpädagogischer Perspektive und richtet den Blick auf das, was hinter dem Verhalten liegt. Anhand einer praxisnahen Gegenüberstellung werden ty- pische Merkmale, Überschneidungen und Besonderheiten beider Störungsbilder verständlich dargestellt. Dabei geht es nicht um medizinische Diagnostik, sondern um die Frage, wie Fachkräfte Verhaltensweisen besser einordnen und Unterstützungsbedarfe passgenauer erkennen können.
Besonderes Augenmerk gilt der Frage, wann FASD das bislang fehlende Puzzleteil sein könnte – insbesondere bei Menschen, deren Schwierigkeiten trotz bestehender ADHS-Diagnose nicht ausrei- chend erklärt werden können oder bei denen pädagogische Maßnahmen immer wieder an ihre Grenzen stoßen.
Christoph Horzella
Diplom-Psychologe, Berater Eichenberg Institut GmbH.

Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitern
Patrick „Paddy“ Kaßner
Inklusionscoach, Fachberater für Neurodivergenzen

Vortrag: Doppeldiagnose ADHS und Autismus
Zuerst widmen wir uns dem Vortrag, in dem die Doppeldiagnose AuDHS thematisiert wird und Basiswissen zu den Herausforderungen, die ein Vorkommen von Autismus und ADHS für Betroffene und ihr Umfeld entstehen. Bedeutung eines verständnisvollen und unterstützenden Umfelds
Workshop: Die Declarative Language als Schlüssel bei herausforderndem Verhalten
Der Workshop stellt die Vertiefung des Vortrages dar. Der Referent stellt die Declarative Language vor und eröffnet eine praktische Hilfe im Alltag bei herausforderndem Verhalten oder PDA. Fallbeispiele und Praxislösungen stehen im Zentrum- Vertrauensvolle Eltern-Kind-Beziehung
Priv-Doz. Dr. med. habil,. Andreas Konrad
Chefarzt Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Neurobiologie und Genetik der ADHS –
Befunde aus der Hirnforschung und deren Bedeutung
Die klinischen Leitsymptome des ADHS umfassen Aufmerksamkeitsdefizite, Hyperaktivität und Impulsivität. Die neurobiologischen Korrelate sowie die möglichen Ursachen dieser Symptome sind in den letzten Jahren eingehend wissenschaftlich untersucht worden. Hierbei spielten neue Untersuchungstechniken im Bereich der Bildgebung und der Genetik eine besondere Rolle. Dabei wurden etwa Gehirnstrukturen, die Aktivierung von Hirnregionen oder die Dichte und Verteilung von Rezeptoren im Gehirn untersucht. ADHS ist zu einem wesentlichen Teil genetisch bedingt und es konnte die Korrelation von einzelnen Genvarianten mit neurobiologischen Befunden gezeigt werden.
Zudem haben auch Umweltfaktoren einen Einfluss auf die veränderte Hirnfunktion, es kommt zu komplexen Gen-Umwelt-Interaktionen. Viele Befunde weisen in Richtung des basalen Frontalhirns, welches besonders in Kontrolle und Exekutivfunktionen involviert ist, aber auch für das Arbeitsgedächtnis wichtig ist. Befunde auf Rezeptorebene weisen auf eine besondere Rolle des Dopamins und Noradrenalins bei ADHS hin. Diese Botenstoffe spielen in den Aufmerksamkeitsnetzwerken eine besondere Rolle und sind auch Ansatzpunkte vieler medikamentöser Behandlungsstrategien bei ADHS. Letztlich sind aber nicht nur umschriebene Veränderungen im Gehirn als Ursache der ADHS anzusehen, sondern vor allem eine veränderte „Konnektivität“ zwischen den Hirnregionen. Hinweise hierfür ergeben sich aus Bildgebungsstudien mit Magnetresonanztomografie, die besonders die Nervenfaserbündel und die sogenannte funktionelle Konnektivität untersuchten.
Dr. Annette Mund
Therapeutin

Selbstwirksamkeit
Selbstwirksamkeit steht im Spannungsfeld vom Glauben an sich selbst und dem bio-psycho-sozialen Modell. Manche Menschen besitzen sie "einfach so". Die anderen können sich auf einen spannenden Weg machen - beginnend von der Erkenntnis des eigenen Selbst, über die Annäherung an zu erreichende Ziele, bis hin zu selbst wirksamen persönlichem Erleben.
Dr. med. Johannes Oepen
Bis zu seiner Pensionierung Chefarzt der Abteilung pädiatrische Rehabilitation in der Klinik Viktoriastift in Bad Kreuznach.

Inklusion, Vorgabe oder gelebtes Modell?
Prof. Dr. Sabine Paul
Biologin

Jäger, , Sammler, Dopamin: Clever essen fürs Entdecker Gehirn
Was hat unser modernes ADHS-Gehirn mit Jägern und Sammlern gemeinsam und was bedeutet das für unsere Ernährung heute?
In der kurzweiligen Happen geht es auf eine Reise von der Steinzeit bis zur modernen Hirnforschung um Dopamin, Nährstoffe und die Frage, wie wir unser Entdecker-Gehirn im Alltag clever unterstützen können, wissenschaftlich fundiert, überraschend und mit Genuss.
Dr. med. Brigitte Pollitt
Ärztliche Leiterin des Johanniter-Zentrum

AD(H)S und Traumafolgestörungen bei Kindern und Heranwachsenden– hilfreiche Strategien zum Erkennen und Handeln
Die Verhaltensweisen und Symptome, die nach dem Erleben von bedrohlichen und ängstigenden Ereignissen auftreten können, überschneiden sich teilweise mit den Symptomen und Auffälligkeiten bei AD(H)S. Besonders schädigende Erlebnisse und Beziehungen in der frühen Kindheit sind nicht immer sicher von AD(H)S-Symptomen zu unterscheiden.
Sowohl für AD(H)S als auch für Traumafolgestörungen sind gute bis sehr gute Behandlungsergebnisse zu erreichen. Eine frühzeitige Diagnostik und Einleitung von wirksamen Therapien trägt zu einem guten Behandlungserfolg bei. Im Vortrag soll das Erkennen und Differenzieren für Angehörige und Bezugspersonen sowie für Betroffene geschärft werden. Dazu werden Geschichten aus dem Leben mit wissenschaftlichen Erkenntnissen sinnvoll verknüpft. Weiterführende Literatur, Ratgeber und hilfreiche Adressen werden vermittelt.
Dr. med. Frank Matthias Rudolph
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Rehabilitationswesen / Diabetologie

Prokrastination – Warum wir aufschieben, obwohl wir es besser wissen
„Morgen fange ich wirklich an!“ – Diesen Satz kennen die meisten Menschen. Doch Prokrastination hat wenig mit Faulheit oder mangelnder Disziplin zu tun. Oft stecken dahinter psychologische Mechanismen wie Perfektionismus, Überforderung, Selbstzweifel, emotionale Vermeidung oder Schwierigkeiten mit der Selbststeuerung, oft auch im Zusammenhang mit einer, ggf. noch unerkannten, ADHS. In diesem praxisnahen Vortrag erfahren Sie, warum unser Gehirn kurzfristige Erleichterung häufig über langfristige Ziele stellt, welche Faktoren das Aufschieben begünstigen und wie sich der Teufelskreis aus Vermeidung, schlechtem Gewissen und wachsendem Druck entwickelt.
Anhand anschaulicher Beispiele und wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse werden wir die Hintergründe von Prokrastination verständlich machen und wirksame Strategien vorstellen, um wieder ins Handeln zu kommen. Der Vortrag richtet sich an alle, die sich selbst besser verstehen, ihre Ziele leichter erreichen und den Umgang mit dem eigenen „inneren Aufschieber“ verbessern möchten. Von der Erkenntnis zur Veränderung: Lernen Sie, warum wir aufschieben – und was wirklich hilft, ins Tun zu kommen.
Stephanie Shirazi,
Dipl. Psych., Psychologische Psychotherapeutin

Tote Mammuts jagen?
Dr. med. Martin Winkler
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Ärztlicher Leiter – Falkenried | Caduceus Klinik Bad Bevensen

Wie sich ADHS in 40 Jahren veränderte
Der Vortrag zeigt, wie sich die Sichtweisen und Konzepte zu ADHS in den letzten 40 Jahren grundlegend weiter entwickelt haben.
40 Jahre sind tatsächlich wie im Flug vergangen. Dr.Winkler verbindet mit Juvemus und den Tagungen viele wichtige Stationen seiner eigenen fachlichen Entwicklung im Bereich ADHS. Insofern freut er sich über die Anfrage zu einem Vortrag ganz besonders, und empfindet es als Ehre, zu unserem 40-jährigen Jubiläum als Referent angefragt zu werden.
Das Thema „40 Jahre ADHS“ findet er dafür sehr passend und reizvoll, weil sich daran nicht nur die Entwicklung des fachlichen Verständnisses, sondern auch viele persönliche und praktische Erfahrungen aus diesen Jahrzehnten gut aufzeigen lassen.

