Programmübersicht 19. Symposium

AugenoptikermeisterInnen Anja Braun / Dieter Höppner

Sehen wie ein Adler- und trotzdem Lernschwächen / LRS

Im Rahmen der menschlichen Wahrnehmung finden ca. 70% der Umfeld-Informationen ihren Weg über die Augen in unser Gehirn, dabei hat die Sehschärfe nur einen kleinen Anteil am gesamten Sehvorgang. Damit Gesehenes oder Gelesenes verstanden wird, ist es notwendig das eine Vielzahl von Prozessen harmonisch zusammenspielen. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über Wahrnehmungs-Prozesse, die möglichen Störfaktoren und Trainingsoptionen.

Was hat motorische Reife mit Seh- und Lernleistung zu tun?
Oft sind Kinder und Jugendliche sportlich engagiert und leisten Erstaunliches. Im Gegensatz dazu kommt es in der Schule zu vielen Auffälligkeiten, wie z.B. ständige Unruhe, mangelndes Kurzzeitgedächtnis, Defizite bei der Aufmerksamkeit, etc. Hier können die frühkindlichen Verhaltensmuster eine entscheidende Rolle einnehmen. Bereits in der Schwangerschaft werden vom Fötus reflektorische Bewegungs- und Verhaltensmuster ausgeführt In diesem frühen Stadium der menschlichen Reifung werden die Grundsteine für die Wahrnehmungsfähigkeit gelegt. Die optimale Entwicklung von Sehen, Hören und dem Gleichgewicht bedarf einer adäquaten motorischen Reifung. Dieser Vortrag zeigt die Zusammenhänge zwischen schulischer Leistung, motorischen Verhaltensmustern, Rhythmik, Wahrnehmungs- Entwicklung und deren Trainingsmöglichkeiten.


Prof. Dr. h.c., Dipl. Päd. Hans Biegert

Praktische Hilfen im Klassenzimmer

Dr. h.c., Dipl. Päd. Hans Biegert ist leitender Schuldirektor und Schulträger der HEBO-Privatschule, Dozent zahlreicher Lehranstalten, sowie Autor vielfältiger Publikationen und Veröffentlichungen.


Crazy Music School

Musikalischer Workshop der Grazy Music School

Am Samstag: Ganztägiger musikalischer Workshop der Grazy Music School für Kinder im Grundschulalter (Anmeldung erforderlich). Musikalische Aufführung am Samstag um 17:30


Dr. phil. Dr. sient. med. Damir Del Monte

Stress in Geist, Gehirn und Körper

Chemische Botenstoffe wie z.B. die Neurotransmitter, verantwortlich für die chemische Erregungsübermittlung, spielen eine zentrale Rolle bei der Stressregulation. Obwohl es viele Transmittersysteme gibt, sollen im Folgenden nur diejenigen beschrieben werden, die im Zusammenhang von Emotionen, Stress und Gedächtnisbildung erforscht wurden. Eine bedeutsame Rolle in der Stressregulation spielen nach heutigem Wissensstand Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Acetylcholin. Nach ihnen werden dopaminerge, serotonerge, noradrenerge und cholinerge Bahnen bzw. Systeme unterschieden. Sie finden sich im Gehirn in charakteristischer Weise verteilt. Die Erkenntnisse über die emotions- und verhaltensmodu- lierenden Eigenschaften der Neurotransmitter sind in dem heute vorliegenden Umfang sehr jung – die komplexe ständige Interaktion mehrerer neuronaler und endokriner Systeme hingegen nur teilweise bekannt. Die Betrachtung der wichtigsten verhaltensrelevanten Transmittersysteme und neuroendokrinen Achsen im Kontext der Stressreaktion sowie prominenter Wechselwirkungen dieser Systeme trägt allerdings wesentlich zum Verständnis der Stressreaktion bei. Dr. Del Monte wird diese komplexen Vorgänge anschaulich und verständlich darlegen.

Lernen und Gedächtnis

Lernen und Gedächtnis sind komplexe kognitive Aufgaben, bei denen einerseits viele Hirnstrukturen funktionell zusammenarbeiten und andererseits auch emotionale und situative Faktoren eine große Rolle spielen (Markowitsch, 2007). Nahezu alles Wissen, das Menschen im Laufe ihres Lebens erwerben, ist erlernt; ob in Form eines individuellen Wissens, das durch persönliche Erfahrungen erworben wurde oder als - durch Weitergabe gewonnenes – sozio-kulturelles Wissen. Ohne die Fähigkeit, einmal abgelegtes Wissen wieder abzurufen, sprich ohne ein Erinnerungsvermögen, könnte sich der Mensch gedanklich nur im gegenwärtigen Augenblick bewegen. Unfähig, aufgrund von Erfahrungswerten oder Erkenntnissen, sein Verhalten zu verändern (d.h. zu Lernen), besäße er weder ein zusammenhängendes Bild seiner eigenen Historie, noch die Fähigkeit, Zukünftiges gedanklich vorwegzunehmen. Er besäße kein Gestern und kein Morgen, lediglich den kleinen Ausschnitt gelebter Gegenwart. Doch wie funktioniert diese Gedächtnisbildung? Und für die hier behandelte Thematik besonders wichtig: Lassen sich aus den bestehenden Erkenntnissen Hinweise für die Gestaltung von Lehr-Lern-Situationen ableiten?


Dipl. Sozialwirtin Petra Friederichs

Vortrag: Schluss mit dem täglichen Kampf um die Hausaufgaben (1)

Keine Motivation für`s Lernen? Sie erleben Machtkämpfe um die Hausaufgaben, die sich über Stunden hinziehen können? Das Selbstbewusstsein des Kindes liegt am Boden, die Eltern sind in ihrer Kommunikation und in ihrem Handeln verunsichert, eine Unterstützung der Schule kommt zu Hause nicht an….! In diesem Vortrag geht es um die Problemerkennung und Lösung des Hausaufgabenthemas. Es werden unterschiedliche Perspektiven dargestellt, Ursachen und Folgen von familiärem Stress aufgezeigt. Möglichkeiten eines Perspektivenwandels werden entwickelt, in Hinsicht auf eine persönlichkeitsstärkende Unterstützung von Kindern und eine wertschätzende Eltern-Kind Beziehung.

Workshop: Schluss mit dem täglichen Kampf um die Hausaufgaben (2)

Dieser Workshop baut auf den Vortrag auf. Eine Teilnahme am Vortrag ist daher sehr sinnvoll. Im Workshop geht es um die praktische Umsetzung, die Weitergabe von Tipps und Lösungsideen und die Möglichkeit das eine oder andere auch selbst auszuprobieren.

Kommunikation in der Familie

Kommunikationsverhalten ist ein Lernprozess, der gleich nach der Geburt startet und ein Leben lang anhält. Wie unsere Kinder kommunizieren, lernen sie größtenteils von uns Eltern, denn sie schauen es sich von uns ab und reagieren auf unser Kommunikationsverhalten. Kommunikation ist ein verbindender und zentral wichtiger Aspekt innerhalb der Familie. Dabei vermitteln wir unsere Botschaften, Gefühle und Bedürfnisse nicht nur über die verbale Sprache, sondern auch über unsere Körpersprache und Mimik. Missverständnisse entstehen dabei immer wieder, denn nicht alles was gut gemeint ist, wird vom Gegenüber auch so aufgefasst. Wie Kommunikation innerhalb der Familie gut gelingen kann, selbst in der Pubertät,wird in diesem Vortrag besprochen. Streitgespräche friedlich, ohne Feindseligkeit und Aggressionen zu führen und welche Bedeutung gegenseitigem Respekt, Gesprächsregeln, Wertschätzung , Gefühlen und Bedürfnissen, sowie Empathie und Selbstreflektion dabei zukommen, wird ebenfalls gezeigt.


Dipl. psych Norbert Gebert

Selbstständigwerden mit AD(H)S

Für chronisch kranke Jugendliche ist der Übergang ins Erwachsenenalter mit besonderen Herausforderungen verbunden. Neben den normalen Entwicklungsaufgaben wie Identitätsfindung, Ablösung vom Elternhaus und berufliche Orientierung müssen sie lernen, ihre krankheitsbedingten Besonderheiten und Einschränkungen zu akzeptieren. Zudem müssen sie zunehmend die Verantwortung für ihre Erkrankung übernehmen und eigenständig die medizinische Versorgung organisieren. Der Übergang vom behandelten Kind hin zum eigenverantwortlich handelnden jungen Erwachsenen gelingt bei weitem nicht immer reibungslos, ebenso der Wechsel von der pädiatrischen Behandlung zu einer entsprechend qualifizierten Versorgung in der Erwachsenenmedizin. Um Jugendliche und ihre Eltern darauf vorzubereiten, bedarf es daher einer gezielten Unterstützung und Beratung. Ein Ansatz dazu ist die Patientenschulung, die Handlungskompetenzen und motivationale Faktoren in den Mittelpunkt stellt. Wirksame Schulungsprogramme vermitteln nicht nur handlungsrelevantes Wissen im Hinblick auf Ursachen, Therapie und Folgen der Erkrankung, sie fördern vor allem sogenannte Selbstmanagementfertigkeiten. Sie greifen emotionale Probleme im Zusammenhang mit der Krankheit auf und unterstützen deren Bewältigung. Solche am Selbstmanagement orientierten Schulungen führen zu Verbesserungen von somatischen, psychosozialen und gesundheitsökonomischen Parametern und werden bei vielen Indikationen in den Behandlungsleitlinien als Bestandteil der Langzeittherapie genannt. 


Ute Kögler / Ortrud Sander

Mit AD(H)S erfolgreich im Beruf- Geht das? Vorstellung von Ergebnissen einer Interviewreihe

Was haben Menschen mit ADS/ADHS unternommen, um erfolgreich im Beruf zu sein? Welche Strategien haben sie eingesetzt? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Unterscheiden sich Strategien und Handlungsmuster grundlegend von Menschen ohne AD(H)S oder gibt es Gemeinsamkeiten? Das sind die Fragen, denen in der Studie nachgegangen wird. Um diese Fragen beantworten zu können, sind 2 Untersuchungsgruppen interviewt worden: berufstätige Menschen mit und ohne AD(H)S. Als Methode sind halbstrukturierte Interviews eingesetzt worden. Aus den Erkenntnissen aus den Interviews sollen Empfehlungen für die Praxis abgeleitet werden. In dem Vortrag werden erste Ergebnisse vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert.


Prof. Dr. Christian Montag

Internet, Smartphone & Co. Gibt es ein Zuviel?

Smartphone, Internet und digitale Welten bestimmen unseren privaten als auch beruflichen Alltag. Zweifelsohne haben uns die neuen technischen Möglichkeiten produktiver gemacht und in vielen Bereichen den Alltag erleichtert. Immer mehr Menschen kommen aber mittlerweile an einem Punkt an, wo „gefühlt“ das Zuviel an Digital erreicht ist (und die Produktivität auch kippen kann). Dies ist Grund genug, sich wissenschaftlich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Unter Verwendung moderner Methoden der Hirnforschung wird der Frage nachgegangen, ob eine Übernutzung von digitalen Inhalten tatsächlich (gesundheits-)schädlich ist. Zusätzlich wird auch aus einer psychologischen Perspektive beleuchtet, ob es Gruppen von Menschen gibt, die besonders anfällig für eine Übernutzung von digitalen Inhalten sind. Zusammenhänge zwischen Übernutzung digitaler Medien und ADHS/Depression werden hier genauso erläutert wie Zusammenhänge zwischen „Internet- und Smartphonesucht“ und Persönlichkeitseigenschaften. Schließlich werden Zahlen von einer der größten Smartphone- Studien in Deutschland mit Hilfe von psychoinformatischen Methoden über das aktuelle Nutzungsverhalten präsentiert. Da digitale Welten uns durch ein hohes E- Mailaufkommen und Ähnliches auch im Beruf stressen können, wird zusätzlich das Flow- Konzept im Kontext von zahlreichen täglichen Unterbrechungen am Arbeitsplatz bemüht. Zum Schluss des Vortrags werden Anregungen gegeben, wie wir von einem Zuviel an Digital wegkommen, um wieder Zeit für die wesentlichen Dinge im Leben zu finden.


Prof. Dr. Alexandra Philipsen

AD(H)S im Erwachsenenalter Hilfen zur Alltagsbewältigung

Wie kann man als Erwachsener in einem selbst bestimmten Leben mit AD(H)S zurechtkommen? Welche Hilfen und Strategien können den Alltag mit seinen Herausforderungen erleichtern? Diesen Fragen stellt sich Prof. Dr. Alexandra Philipsen, seit kurzem Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn, in ihrem Vortrag. AD(H)S ist schon sehr lange ein Schwerpunkt von Prof. Dr. Philipsens wissenschaftlicher Arbeit. Sie erforscht neue Therapieansätze immer mit dem Blick auf eine bessere Alltagsbewältigung und Möglichkeiten des Selbstmanagements für die Betroffenen.


Dr. med. Brigitte Pollitt

Aufräumen mit alten Mythen und Vorurteilen über AD(H)S – AD(H)S in der Lebensspanne

Der gehört doch nur ordentlich erzogen!“ , „Das wächst sich aus.“ „Mehr Sport und richtige Ernährung, dann wird das schon!“ Was ist dran an all diesen Hypothesen zum Krankheitsbild ADHS? Was gibt es an Wissen darüber und wie gut sind die wissenschaftlichen Belege dazu? Das Störungsbild „Aufmerksamkeits-Defizit- (Hyperaktivitäts-) Störung“ oder „Hyperkinetische Störung“ wurde in den letzten Jahrzehnten umfassend erforscht. Risiken für die Entstehung und Verstärkung sowie hilfreiche Strategien sind im Vergleich zu anderen psychischen Störungen gut belegt. Für jeden einzelnen Menschen gibt es viele mögliche Lösungen in unterschiedlichen Lebensspannen, zumal wissenschaftliche Erkenntnisse nicht immer auf den einzelnen anzuwenden sind. Mit dem Vortrag soll die Entscheidungskompetenz der Zuhörer erweitert werden, in dem Spannungsfeld von wissenschaftlicher Erkenntnis, Erfahrungswissen und den Bedürfnissen der einzelnen Person und Familie.

Frühdiagnostik und Differenzierung

Das neurofunktionelle Störungsbild einer ADHS-Erkrankung tritt schon im frühen Kindesalter auf, wenn auch die Funktionsbeeinträchtigungen in der Zeit sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Zudem sind diese Beeinträchtigungen unspezifisch, so dass verschiedene Diagnosen und Entwicklungsstörungen abgegrenzt werden müssen. Da wesentliche Grundannahmen und Beziehungserfahrungen der früher Kindheit ein ganzes Leben prägen können ist es wichtig, diese Funktionsbeeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen und adäquat zu behandeln. Besonders junge Kinder mit sehr unruhigem Verhalten und erregbarem Temperament sowie Aggressionen haben ein sehr hohes Risiko der Fehlentwicklung. Viele negative Rückmeldungen mit  früher, tiefgreifender Beeinträchtigung des Selbstwertes sowie der Gefahr von großen Unsicherheiten in der Interaktion mit Mitmenschen sind mit dafür verantwortlich und können als Umgebungsfaktoren verändert werden. Eine frühe, differenzierte Diagnostik ist notwendig, damit die vorhandenen sehr wirksamen Therapien eingesetzt werden können um eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung trotz Handicap zu erreichen.


Robin Schicha

Autistische Künstler und ihre Werke

Robin Schicha präsentiert in Text und Bild bekannte und berühmte Künstler, die wie er selbst vom Asperger-Syndrom betroffen sind oder waren. Was hat das für ihre Kunst und für ihr Leben bedeutet?

Außerirdische Reportagen vom Schulalltag

Der in Duisburg lebende Kommunikationsdesigner beschreibt seine Erfahrungen aus dem Schulalltag: Verwirrte und uninformierte Lehrer, laute Mitschüler, die viele Regeln ignorieren und unangemessene und unverständliche Witze machen. Was aus der Sicht eines „Außerirdischen“ witzig klingt, war für Robin Schicha alles andere als witzig – er ist Autist. Robin Schicha hat seine Erfahrungen im Leben in einigen Büchern durchaus unterhaltsam beschrieben. Vieles wird für den Zuhörer deutlicher und verständlicher. Dabei schwingt eine gehörige Portion Ironie mit.


Prof. Dr. med. Michael Schlander

Ökonomie im Gesundheitswesen


Prof. Dr. Sören Schmidt

AD(H)S im Straßenverkehr: Risikofaktoren und Implikationen für die Praxis

Eine Grundvoraussetzung zur Teilnahme am Straßen-verkehr ist eine unbeeinträchtigte Aufmerksamkeit. Allgemein gilt dies für eine Vielzahl von neurologischen und neuropsychologischen Störungen, die mit Beein-trächtigung im Bereich basaler Aufmerksamkeitsleis-tungen einhergehen. Da die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eine Störung darstellt, die gleichermaßen mit einer funktionellen Beeinträchtigung der Aufmerksamkeitsleistung assoziiert ist, stellt sich ebenfalls die Frage, inwieweit ADHS die Leistung im Straßenverkehr beeinträchtigt. ADHS wird nicht in der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) erwähnt und wird auch im Straßenverkehrsgesetz (StVG) nicht näher angeführt, jedoch weist eine Vielzahl internationaler Studien darauf hin, dass ADHS-betroffene Erwachsene ein höheres Risiko für Verkehrsunfälle und -delikte aufweisen. Im Vortrag wird daher zunächst eine kurze thematische Gegenstandsbestimmung vorgenommen. Anschließend werden konkrete Risikofaktoren berichtet, die in zwei Studien mit deliktauffälligen Kraftfahrern ermittelt werden konnten. Die darüber erzielten Ergebnisse werden abschließend entsprechend ihrer Relevanz für die Praxis und schließlich im Sinne möglicher Implikationen diskutiert.


Prof. Dr. Ludger Tebartz van Elst

ASS ,AD(H)S und Persönlichkeitsentwicklung

In seinem zweiten Vortrag referiert Prof. Tebartz van Elst über die speziellen Entwicklungsbedingungen von Menschen mit ASS und AD(H)S. Er erklärt Zusammenhänge und Folgen für das Leben und die Persönlichkeit Betroffener.

Affekt- und Emotionsregulation bei ASS und AD(H)S

Die Affekt- und Emotionsregulation ist bei Menschen, die von AD(H)S oder einer Autismus-Spektrums-Störung (ASS) betroffen sind, problematisch bis hin zu pathologischen Ausprägungen. Das schränkt die Alltagsbewältigung für viele Menschen erheblich ein und führt zu vielfältigen Problemen im sozialen Miteinander. Aber was ist die Ursache für Störungen der Affekt- und Emotionsregulation? Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Bereich stellt Prof. Dr. Ludger Tebartz van Elst von der Universität Freiburg i.B. vor. Als leitender Oberarzt und Psychiater am Universitätsklinikum Freiburg berichtet Tebartz van Eltz von seiner Therapiearbeit und über Behandlungsmöglichkeiten und Hilfen.


Urs Wehrli

Aufräumen – eine Kunst ? – Kunst aufräumen - Video von Urs Wehrli


Prof. Dr. Norbert Wodarz

AD(H)S und Sucht- besondere Herausforderungen in der Behandlung

Das Risiko für eine Suchtentwicklung ist nach gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen gerade bei Menschen erhöht, die von AD(H)S betroffen sind. Vor allem unbehandelte AD(H)S-Patienten haben ein größeres Risiko eine Suchterkrankung zu entwickeln. Das Zusammentreffen beider Störungen erfordert von Betroffenen, ihrem sozialen Umfeld und Therapeuten viel Verständnis und fundiertes Wissen über die Zusammenhänge und Unterstützungsmöglichkeiten. Prof. Dr. Norbert Wodarz, Leiter der Suchtforschung an der Universität Regensburg, beschreibt wissenschaftliche Ergebnisse aus seiner Forschungsarbeit. Er erläutert neurobiologische Veränderungen und deren Auswirkungen auf Denken, Fühlen und Verhalten, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Abhängigkeiten führen.

ADHS und Sucht – besondere Herausforderungen in der Behandlung

In seinem zweiten Vortrag beschreibt Herr Prof. Dr. Wodarz darüber hinaus Erkenntnisse seiner Studien und langjährigen Erfahrung zur Behandlung von Suchterkrankten. Die Verbesserung der Versorgung von Suchtabhängigen mit komorbiden Störungen wie z.B. AD(H)S im Erwachsenenalter ist ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit.