Teilleistungsschwächen

Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen sind Schwächen in der visuellen (sehen), auditiven (hören), propriozeptiven (Eigenwahrnehmung des Körpers mit Lagesinn, Kraftsinn, Bewegungssinn) und sozialen Wahrnehmung. Außerdem ist die Verarbeitung der aufgenommenen Reize und Informationen beeinträchtigt.

Diese Defizite können zu Unsicherheiten, Ängsten und Frustrationen führen und Ursache sein für Teilleistungsstörungen. Teilleistungsstörungen sind verminderte Leistungsfähigkeiten, z.B. beim Lesen, Rechnen und Schreiben. Betroffene bleiben häufig mit ihren Leistungen unter den Möglichkeiten ihrer individuellen intellektuellen Grundbegabung.

Die Diagnose und Ursachenfindung und auch die Abgrenzung zu einer Aufmerksamkeitsstörung setzen eine umfassende, differenzierte Diagnostik voraus unter Einbeziehung qualifizierter Untersuchungen der Wahrnehmungs-Verarbeitungsprozesse, v.a. im Bereich hören und sehen. Ergänzende Untersuchungen zu Stoffwechselprozessen im Gehirn und im Gesamtorganismus runden das Bild ab.

Auf dieser Basis ist eine zielgerichtete und wirksame Therapie möglich, orientiert an den Defiziten, aber auch an den Stärken der Betroffenen. Mögliche Therapiebausteine sind dabei:

  • Aufklärung der Betroffenen und ihrer Bezugspersonen mit dem Ziel, sie zu Experten in eigener Sache zu machen.
  • Evtl. eine medikamentöse Therapie, wenn defizitäre Stoffwechselprozesse bei den Gehirnbotenstoffen nachgewiesen sind.
  • Ergänzende psychotherapeutische Maßnahmen zum Aufbau einer Struktur, zur Bewältigung der Alltagsanforderungen, zur Stabilisierung sozialer Beziehungen.
  • Evtl. Korrektion einer Fehlsichtigkeit durch spezielle, individuell angepasste Sehhilfen.
  • Evtl. Unterstützung der Hörverarbeitung durch Trainings- oder gerätetechnische Maßnahmen.

Unsere ehrenamtlich aktiven BeraterInnen informieren Sie gerne konkret über mögliche Ursachen beobachteter Auffälligkeiten, über Möglichkeiten der Diagnostik und der Hilfestellung.