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Über A D S / H
ADS/H = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (mit oder ohne Hyperaktivität)
Das ADS/H ist unter verschiedenen Namen, z.B. (veraltet) minimale cerebrale Dysfunktion (MCD), Lernstörung, Hyperaktivität, hyperkinetisches Syndrom (HKS), psycho-organisches Syndrom (POS), Teilleistungsstörung bekannt. In der Fachliteratur wird es schon seit 100 Jahren beschrieben. Auch in der Kinder- und Jugendliteratur sind diese Kinder dargestellt, so z.B. im "Struwwelpeter" von Heinrich Hoffmann und im "Trotzkopf" von Emmi v. Roden.
Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist ADS/H eine angeborene Hirnstoffwechselstörung.
Stoffe, die man Neurotransmitter nennt, werden entweder in zu geringer Menge produziert oder zu schnell abgebaut.
Betroffene Kinder fallen auf durch:
- Bewegungsunruhe, Hyperaktivität
- Bewegungsarmut, Hypoaktivität
- Koordinationsschwäche beim Bewegen
- ungesteuerte Reaktionen in Wut und Freude
- Wahrnehmungsstörungen
- Ablenkbarkeit und Konzentrationsschwäche
- zu rasche Ermüdbarkeit
- verminderte Belastbarkeit
Der allgemeinen Meinung, es handle sich hierbei um eine psychosoziale Störung, verursacht durch Fehler in der Erziehung, Schule, Umwelt, außerdem ein niedriges Intelligenzniveau, muss entschieden widersprochen werden. Vielmehr bleibt man ein "ADSler" ein Leben lang.
Noch immer finden diese Kinder nicht überall das nötige Verständnis und die adäquate Hilfe. Noch allzu oft landen sie auf schulischen Abstellgleisen, die sich vermeiden liessen, wenn Eltern, Erzieher und Lehrpersonen besser informiert wären.
Teilleistungsstörungen treten häufig in Kombination mit ADS/H auf, können aber auch ohne ADS/H auftreten. ADS/H selbst wird üblicherweise nicht als Teilleistungsstörung im engeren Sinne betrachtet, vielmehr entsprechen dem Begriff "Teilleistungsstörungen" die in ICD-10 unter F80 bis F83 aufgezählten umschriebenen Entwicklungsstörungen.
- ADS/H-Kinder sind anders
- Sie sind nicht minderbegabt.
- Sie sind nicht schlecht erzogen.
- Es fehlt ihnen durchaus nicht am guten Willen.
- Sie möchten gut sein, eine perfekte Leistung erbringen.
- Sie möchten Erfolg haben, gelobt werden.
Aber sie können nicht!
Folglich: iuvemus – laßt uns helfen.
Hilfen
Was können Eltern tun?
- Früherkennung
- Hilfe suchen
- Loben, anerkennen
- Verständnis zeigen
- Nach festen Regeln leben
- Konsequent sein
- Fördern, nicht überfordern
- Ruhe bewahren, geduldig sein
- Das Miteinanderauskommen lernen
- Aufklären, miteinander reden
- Kontakt halten zu ErzieherInnen, LehrerInnen
- Schwächen herausfinden - dort hilfreich entgegenkommen
- Stärken ergründen – dort Erfolgserlebnisse schaffen
- Ungewollte Verhaltensweisen durch Nichtbeachten abschwächen
- Gewollte Verhaltensweisen durch Beachten verstärken
- Täglich spüren lassen: wir haben dich lieb!
Hinweise für ErzieherInnen und PädagogInnen
- Grenzen setzen (konsequent, bewusst, klar und deutlich)
- Aufgliederung des Unterrichtsstoffes
- Anschauungsmaterial
- Lückentexte anbieten, da Schreiben oft schwer fällt
- Regeln aufstellen
- Auf Veränderungen im Zeitplan hinweisen
- Mitschreiben und Fragen notieren lassen
- Arbeitspläne erstellen
- Qualität statt Quantität der Hausaufgaben
- In Bewegung halten (Tafel wischen, Hefte austeilen, Kreide holen etc.)
- Ein "Haus–Schule–Haus–Notizbuch" erleichtert die Kommunikation mit dem Elternhaus
- Auch diese Kinder loben, loben, loben
- Das Positive erkennen und fördern
- Das Negative nicht verstärken
- Die soziale Integration fördern
- Hilfe suchen und annehmen
- Gespräche mit den Eltern führen
- Keine unwesentlichen Arbeiten abverlangen
- Guten Willen anerkennen
- Keinem unnötigen Zeitdruck aussetzen
Textquelle:
CHILDREN AND ADULTS WITH ATTENTION-DEFICIT/HYPERACTIVITY DISORDER
THE NATION'S LARGEST AD/HD ORGANIZATION (www.chadd.org)
50 Tipps für den klugen Umgang mit ADS im Klassenzimmer
Entdecken Sie die positiven Seiten der Kinder!
Sie haben so viele.
Allein ihre Hilfsbereitschaft oder ihre Großherzigkeit ist zu bewundern, mit der sie all die seelischen Nöte und Verletzungen immer wieder verarbeiten und verzeihen, denen sie täglich ausgesetzt sind.
"In jedem Missklang steckt eine Melodie, eine Symphonie, die noch geschrieben werden muss."
(Schlussworte des amerikanischen Referates : 50 Tips on the Classroom Management of Attention Deficit Disorder 1992)
Wir wollen die Kinder fördern, auch fordern, aber nicht überfordern
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